Das Kommunale Energieeffizienz-Netzwerk (KEEN) im Landkreis St. Wendel
Als erster Kreis im Saarland haben sich der Landkreis und seine acht Kommunen zusammengeschlossen, um gemeinsam ihre Energiekosten dauerhaft zu senken und so einen wichtigen, nachhaltigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Damit sind wir nicht nur im Saarland, sondern auch darüber hinaus ein Vorreiter in Sachen kommunaler Energieeffizienz.
Die verborgenen Schätze: Einsparpotenziale in kommunalen Gebäuden
Kommunale Liegenschaften – das sind Gebäude wie Schulen, Verwaltungsgebäude, Sport- und Mehrzweckhallen. Sie sind das Herzstück unseres öffentlichen Lebens, verbrauchen aber auch erhebliche Mengen an Energie. Genau hier liegt ein enormes Potenzial, um sowohl energetische als auch finanzielle Einsparungen zu erzielen.
Das Ziel des KEEN ist es, diese Potenziale zu heben. Konkret geht es darum, die Energiekosten in diesen eigenen Gebäuden dauerhaft zu senken. Das Netzwerk wurde im Juni 2018 offiziell vom Landrat und den Bürgermeistern aller Gemeinden gegründet und wird für drei Jahre, also bis Juni 2021, durch Bundesmittel gefördert.
Effizienz durch Vernetzung: Das Geheimnis des Erfolgs
Das Besondere am KEEN ist der gemeinsame Ansatz: Anstatt jede Gemeinde für sich alleine kämpfen zu lassen, schließen sich die mit Energiethemen beauftragten Mitarbeiter der Kommunen unter fachkundiger Leitung zusammen. Die Erfahrung zeigt:
- Reduzierter Aufwand: Durch die Netzwerkarbeit wird der Arbeitsaufwand der Kommunen deutlich reduziert.
- Schnellere Umsetzung: Klimaschutzprojekte können gemeinsam schneller und erfolgreicher umgesetzt werden.
- Geringerer Verbrauch: Der Energieverbrauch der Kommunen lässt sich durch die gebündelte Expertise merklich senken.
Die gebündelte Kompetenz aus dem ganzen Landkreis ist der Schlüssel, um Klimaschutzprojekte im ländlichen Raum voranzubringen.
Konkrete Maßnahmen: Von der Lampe bis zur Heizung
Im Mittelpunkt der Betrachtungen stehen zunächst Investitionen in die Gebäudetechnik, um schnell große Effekte zu erzielen. Dazu gehören:
- Die Umrüstung auf LED-Beleuchtung.
- Neue oder verbesserte Heiztechnik.
Doch Energieeffizienz bedeutet nicht immer zwingend hohe Investitionen. Das KEEN verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz: Neben der Umsetzung von Investivmaßnahmen soll die gemeinsame Netzwerkarbeit einen einfachen und strukturierten Einstieg in ein Energiemanagement ermöglichen. Dieses Management erlaubt es, Einsparpotenziale zu nutzen, ohne dass in neue oder zusätzliche Anlagentechnik investiert werden muss.
Die Experten an unserer Seite
Um die Kommunen fachkundig zu begleiten, ist ein starkes Team von Netzwerkmanagern und Beratern im Einsatz:
- Netzwerkmanager: Eine Arbeitsgemeinschaft aus der Energie-Projektgesellschaft St. Wendeler Land mbH (EPG) und dem ARGE SOLAR e.V. leitet das Netzwerk.
- Energietechnische Beratung: Die FAMIS GmbH ergänzt das Team als energietechnischer Berater.
Ihre Aufgabe ist es, geeignete Maßnahmen zur Minderung des Energieverbrauchs zu identifizieren und die Kommunen während der gesamten Umsetzung ihrer Energieeffizienzmaßnahmen zu begleiten. Fachvorträge und Exkursionen ergänzen das Programm, um das Wissen zu vertiefen und den Erfahrungsaustausch zu fördern.
Ein Best-Practice Beispiel für ganz Deutschland
Die Arbeit des Kommunalen Energieeffizienz-Netzwerks im Landkreis St. Wendel hat bundesweit Beachtung gefunden. Das KEEN wird in der bundesweiten Fach-Publikation „Planungspraxis regionaler Initiativen und interkommunaler Kooperation“ als Best-Practice Beispiel für infrastrukturelle Daseinsvorsorge vorgestellt.
Diese Anerkennung unterstreicht, dass die Kommunen und der Landkreis St. Wendel mit ihrem kooperativen Ansatz den richtigen Weg eingeschlagen haben, um Klimaschutz und kommunale Finanzen in Einklang zu bringen.